Der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub hat sich - zusammen mit seiner aus der Schweiz ausgewiesenen deutschstämmigen Lebenspartnerin - in ein östliches Deutsches Bundesland verzogen und ist in den vergangenen drei Jahren kaum noch aufgetreten. Auch nicht als Anführer der von ihm Anfang 2010 mitbegründeten Europäischen Aktion (EA), dessen erster Präsident er war. Nun hat er sich wieder öffentlich zu Wort gemeldet, diesmal mit einem "Neujahrbrief zum Kampfjahr 2016", und dies in seiner "Funktion als Vordenker" der EA. In gut kulturpessimistischer Zukunftsangst sieht er ein "Schicksalsjahr" auf Europa zukommen, nachdem doch im vergangenen Jahr eine "hemmungslose Überflutung Deutschlands durch raumfremde Einwanderer" stattgefunden habe. Aber für den Nationalsozialisten Schaub hat die "Agonie des identitären Europas" mit den Niederlagen Deutschlands "in den beiden Weltkriegen" begonnen. Und wenn jetzt nichts geschähe, würden "unsere Kinder als verschüchterte Minderheit in einem gemischtrassigen, islamisch dominierten Europa" leben. Daher gelte es die "jüdisch-christlichen Wurzeln des Abendlandes" durch römisch-germanische Wurzeln und Werte zu ersetzen. Ebenso brauche Europa einen "autoritären Staat mit einer einheimischen, kulturtragenden Elite", denn die "Demokratie als Herrschaft der Masse" sei "eine abstruse Einbildung, recht eigentlich das ‚Opium des Volkes'". Und zu dunkelbrauner Letzt will er auch den Menschenrechten an den Kragen: Sie seien "eine Erfindung von Freimaurern des 18. Jahrhunderts". Und wer von Menschenrechten spreche, müsse einen weltweiten Staat im Auge haben, "die grenzenlose Vermischung in einem Termitenreich". So weit so abstrus. Abhilfe schaffen soll, so Schaub, die Europäische Aktion EA. Sie habe ein "vollständiges, konsequentes und kompromissloses Befreiungsprogramm". Unerwähnt lässt Schaub, dass er es selbst geschrieben hat. Enden sollen die ganzen Aktivitäten - so Schaub in seinem "Neujahrbrief" - in einer "Machtübernahme durch die EA bzw. durch ihre putschenden Gesinnungsfreunde in möglichst vielen europäischen Staaten".